FEMALE PERFORMANCE Teil 4
- Mimu

- 28. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juli
Stark im Kopf
Mentale Stärke im Frauen- und Mädchenfussball
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Mentale Stärke beginnt nicht im Spiel
Wenn von mentaler Stärke gesprochen wird, denken viele zuerst an wichtige Spiele oder entscheidende Elfmeter.
Doch mentale Stärke beginnt viel früher.
Sie zeigt sich im Training, im Umgang mit Fehlern, bei Rückschlägen und in den kleinen Herausforderungen des Alltags.
Gerade im Frauen- und Mädchenfussball verändert sich nicht nur der Körper – auch Emotionen, Selbstvertrauen und die persönliche Entwicklung verändern sich stetig.
Diese Entwicklung gehört ganz selbstverständlich zum Erwachsenwerden.

Gefühle gehören zum Sport
Jede Spielerin kennt Momente wie diese:
Ein Fehlpass kurz nach Spielbeginn.
Eine vergebene Torchance.
Eine Niederlage.
Eine Auswechslung.
Ein schwieriges Training.
Solche Situationen lösen Gefühle aus.
Enttäuschung.
Frust.
Unsicherheit.
Vielleicht sogar Zweifel an den eigenen Fähigkeiten.
Das ist völlig normal.
Mentale Stärke bedeutet nicht, keine Gefühle zu haben.
Mentale Stärke bedeutet, mit diesen Gefühlen umgehen zu lernen.
Auch der Menstruationszyklus kann das Wohlbefinden beeinflussen
Während des Menstruationszyklus berichten manche Spielerinnen über Veränderungen ihrer Stimmung.
Manche fühlen sich besonders ausgeglichen.
Andere erleben einzelne Tage, an denen sie empfindlicher reagieren oder schneller frustriert sind.
Auch das ist normal.
Nicht jede Stimmungsschwankung hängt automatisch mit dem Zyklus zusammen.
Schule, Schlaf, Stress, Freundschaften oder Prüfungen beeinflussen das Wohlbefinden ebenfalls.
Deshalb lohnt es sich, immer den ganzen Menschen zu betrachten.
Was beeinflusst unser Wohlbefinden?
🩸 Menstruationszyklus
😴 Schlaf
📚 Schule
👨👩👧 Familie
🤝 Freundschaften
⚽ Training und Spiele
💬 Stress
Alle diese Faktoren können das persönliche Wohlbefinden beeinflussen.

Fehler gehören zum Lernen
Keine Fussballerin spielt fehlerfrei.
Jeder Fehlpass.
Jeder Ballverlust.
Jeder verschossene Penalty.
Jeder Fehler bietet die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen.
Spielerinnen, die Fehler akzeptieren und daraus lernen, entwickeln sich langfristig oft besser als jene, die versuchen, alles perfekt zu machen.
Perfektion ist kein Ziel.
Entwicklung schon.
Vergleiche helfen selten
Gerade über soziale Medien vergleichen sich viele junge Spielerinnen ständig mit anderen.
Wer schiesst mehr Tore?
Wer wird häufiger eingesetzt?
Wer ist schneller oder technisch stärker?
Solche Vergleiche können das Selbstvertrauen schwächen.
Dabei hat jede Spielerin ihren eigenen Weg.
Jede entwickelt sich in ihrem eigenen Tempo.
Der wichtigste Vergleich ist deshalb nicht mit anderen – sondern mit sich selbst.
Bin ich heute ein kleines Stück weiter als gestern?

Teamgeist stärkt das Selbstvertrauen
Mentale Stärke entsteht selten allein.
Sie wächst in einem Umfeld, in dem Spielerinnen sich gegenseitig unterstützen.
Ein aufmunterndes Wort.
Ein Lächeln.
Ein gemeinsames Abklatschen nach einem Fehler.
Oft sind es genau diese kleinen Gesten, die einer Mitspielerin neues Selbstvertrauen schenken.
Ein starkes Team erkennt man nicht daran, dass nie Fehler passieren.
Sondern daran, wie miteinander umgegangen wird.
Was können Trainer:innen und Eltern tun?
Kinder und Jugendliche entwickeln Selbstvertrauen nicht durch Druck.
Sie entwickeln es durch Vertrauen.
Trainer:innen und Eltern können viel dazu beitragen:
✔ Einsatz mehr loben als Ergebnisse.
✔ Fehler als Lernchance betrachten.
✔ Zuhören.
✔ Ermutigen.
✔ Geduldig bleiben.
Gerade im Juniorinnenfussball hinterlassen diese Erfahrungen oft einen bleibenden Eindruck.
💡 Wusstest du schon?
Positive Rückmeldungen fördern nachweislich Motivation, Selbstvertrauen und die Freude am Sport. Besonders junge Spielerinnen entwickeln sich langfristig erfolgreicher, wenn sie sich in einem sicheren und wertschätzenden Umfeld bewegen dürfen.
Mentale Stärke kann trainiert werden
Mentale Stärke ist keine angeborene Eigenschaft.
Sie entwickelt sich mit jeder Erfahrung.
Mit jedem Training.
Mit jedem Spiel.
Mit jedem Fehler.
Und mit jedem kleinen Erfolg.
Wer lernt, an sich selbst zu glauben und Rückschläge als Teil der Entwicklung zu akzeptieren, legt eine wichtige Grundlage – nicht nur für den Fussball, sondern auch für Schule, Beruf und Alltag.
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FFC Bern West Empfehlung 🌹
Beim FFC Bern West möchten wir Spielerinnen nicht nur sportlich, sondern auch persönlich begleiten.
Für uns bedeutet mentale Stärke nicht, immer stark sein zu müssen.
Sie bedeutet, Herausforderungen anzunehmen, aus Fehlern zu lernen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Wir möchten ein Umfeld schaffen, in dem sich jede Spielerin sicher fühlt, Fragen stellen darf und sich Schritt für Schritt weiterentwickeln kann.
Denn Selbstvertrauen entsteht nicht über Nacht.
Es wächst mit jeder Erfahrung, jedem Training und jedem Menschen, der an dich glaubt.
🌹 Ausblick auf Teil 5
Im nächsten Teil unserer Serie Female Performance widmen wir uns der Verletzungsprävention im Frauen- und Mädchenfussball.
Du erfährst, weshalb Mädchen und Frauen ein erhöhtes Risiko für bestimmte Verletzungen – insbesondere am Knie – haben können und wie gezieltes Aufwärmen, Krafttraining und koordinative Übungen dazu beitragen, gesund und mit Freude Fussball zu spielen.





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