Schnell - Schneller - Fußballerin!
- Mimu

- 2. Aug. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Mehr Tempo, mehr Wirkung!
Warum Sprinttraining im Frauenfußball ein Muss ist
Fußball ist dynamisch, intensiv – und vor allem: schnell. Wer als Spielerin auf dem Platz die entscheidenden Meter schneller ist, gewinnt nicht nur Zweikämpfe, sondern oft ganze Spiele. Schnelligkeit ist dabei kein reines Talent – sie ist trainierbar. Vor allem mit dem richtigen Sprinttraining.
Doch Sprinttraining ist nicht gleich Sprinttraining. Es braucht Struktur, Plan, Regeneration und gezielte Reize. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Sprintleistung gezielt steigerst – sei es als Trainerin mit deiner Mannschaft oder als Einzelspielerin im Zusatztraining.
Grundprinzipien des effektiven Sprinttrainings
1. Trainingshäufigkeit & Regeneration
Max. 3 Sprint-Einheiten pro Woche
Nie an zwei aufeinanderfolgenden Tagen
Regeneration ist essenziell, da Sprinttraining nur bei voller Leistungsfähigkeit wirkt.
Zwischen den Übungen: 1–2 Minuten Pause
2. Trainingsqualität statt -quantität
Trainiere nicht in hoher Frequenz, sondern mit maximaler Intensität!
Sobald Technik oder Kraft nachlassen → Übung beenden
Wenige, aber explosive Wiederholungen verbessern Sprintfähigkeit besser als Dauerläufe
3. Intensives Warm-up
Saubere Laufschule, Mobilisation & Aktivierung (z. B. Skippings, Anfersen, Ausfallschritte)
Spezifisch auf Sprinttraining ausgerichtet – Muskeln müssen vorbereitet sein, um Verletzungen zu vermeiden
Sprintvariationen im Detail
1. Intervallsprints – Die Fußballsimulation
Was passiert? Abwechselnde Sprints und lockere Laufphasen auf Distanzen von 10–12 m simulieren den realen Spielverlauf mit häufigen Tempowechseln.
Aufbau:
Hütchen im Abstand von 10–12 m
4 Sprint- und 4 Auslaufzonen
5 Wiederholungen
1–2 Minuten Pause zwischen den Durchgängen
Trainingsziel: Verbesserung von spielnaher Schnelligkeit, Reaktion & Ausdauer im Wechselspiel
2. Bergsprints – Mehr Power für den Antritt
Was passiert? Laufen gegen die Schwerkraft! Der leichte Anstieg zwingt zur höheren Muskelaktivierung.
Aufbau:
Leichte Steigung (ca. 5–10 m Länge)
3 Serien à 5 Sprints
Rückweg = aktive Erholung
Trainingsziel: Erhöhung der Explosivität, Verbesserung der Kraft-Schnellkraft-Kopplung
3. Wendesprints – Agilität & Richtungswechsel
Was passiert? Richtungswechsel mit hohem Tempo verbessern reaktive Bewegungsmuster im Spiel.
Aufbau:
3 Hütchen im Abstand von 5 m
Start in der Mitte, dann: außen → außen → Mitte
Umfang:
5–7 Durchgänge mit voller Konzentration
Trainingsziel: Agilität, Richtungswechsel-Fähigkeit, saubere Körperkontrolle
4. Sprints mit Widerstand – Für echte Schnellkraft
Was passiert? Sprint gegen einen Widerstand aktiviert die gesamte hintere Muskelkette intensiver.
Varianten:
Partnerwiderstand: Mitspielerin hält an Hüfte fest → Sprint gegen Widerstand
Gewichtsgürtel oder Zugschlitten
Fallschirm für Luftwiderstand
Umfang:
10–15 Meter, 5–8 Wiederholungen
Achtung: Technik darf nicht leiden!
Trainingsziel: Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit, verbesserte Kraftübertragung
Sprungkrafttraining – Explosivität durch vertikale & horizontale Sprünge
1. Schlusssprünge – Maximale Weite, maximale Kraft
Ausführung:
Auf 10 m Strecke mit 4–5 weiten Sprüngen vorwärts bewegen
Jeder Sprung wird sauber gestanden, kurz stabilisiert
Ziel: Verbesserung der reaktiven Beinkraft und Boden-Kontaktzeit
2. Treppenläufe & Treppensprünge
Variationen:
Schnelllauf jede Stufe
Wechselschritte über 2–3 Stufen
Schlusssprünge mit Kraftfokus
Ziel: Kraftentwicklung, insbesondere im Quadrizeps & Gesäß → direkter Übertrag auf Sprintfähigkeit
Springseil – unterschätzte Wunderwaffe für Tempo und Koordination
Warum Seilspringen?
Fördert Beinarbeit, Koordination, Sprungkraft, und Rhythmusgefühl
Mobil, günstig, effektiv
Perfekt fürs Aufwärmen, aber auch als eigene Sprintübung
Beispielübungen:
1: Klassisches Warm-up
Verschiedene Techniken (z. B. beidbeinig, Wechsel, Jogging-Sprung)
Später: horizontale Bewegungen (seitlich, vorwärts, rückwärts)
2: Schnelligkeit + Parcours
Um Pylonen mit Seil springen ohne Taktverlust
Wettkampfform: Wer einfädelt, startet neu
Tipp: Technik zu Hause üben – viele Spielerinnen unterschätzen den Koordinationsaufwand
Muldenhauben & Koordinationsringe – kleine Tools, große Wirkung
Muldenhauben – vielseitig & platzsparend
Nutzen:
Ideal für Sprintparcours mit Richtungswechseln
Gut sichtbar, schnell versetzbar
Mit Farben kombinierbar → Fokus & kognitive Reaktion
Beispielübung:
Gelbe Hütchen links, rote rechts → Spielerin muss farbig reagieren
Richtungswechsel + Sprint zurück zum Ausgangspunkt
In Wettkampfform trainierbar = hohe Motivation
Koordinationsringe – für schnelle Füße & explosive Beine
Eigenschaften:
Farben können an Technik gekoppelt werden(z. B. Rot = beide Beine, Gelb = linkes Bein, Blau = rechtes Bein)
Beispiel 1: Sprungkrafttraining
Parcours aus 6–8 Ringen
Spielerin springt mit vorgegebenem Beinmuster durch
Ziel: kurze Bodenkontaktzeit, saubere Landung
Beispiel 2: Sprintschnelligkeit mit Richtungswechsel
Horizontale Sprünge + Richtungswechsel im Sprung
Danach: Stakkatoschritte durch rote Ringe → Sprint
Ideal für Spiel-typische Bewegungsfolgen
Beispielhafter Trainingsplan (Sprint + Sprungkraft)
Einheitsteil | Inhalt | Dauer/Umfang |
Warm-up | Laufschule + Seilspringen + Mobilisation | 10–15 min |
Sprintteil | 3–4 Übungen (z. B. Wendesprints, Intervallsprints, Widerstandssprints) | 5–8 WH pro Übung, 1–2 min Pause |
Sprungkraftteil | Schlusssprünge + Treppensprünge | 3 Sätze je Übung |
Koordinationsringe | Sprintparcours mit Richtungswechsel | 4–5 Durchgänge mit vollständiger Pause |
Cool-down | Lockeres Auslaufen + Dehnung | 10–15 min |



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